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TRAUMJOB: PFLEGEELTERN

Aktualisiert: vor einem Tag

Wir fühlen uns wahnsinnig inspiriert von Isabel, die vor einigen Jahren entschieden hat, ihre Karriere im Vertriebsdienst mit der Rolle einer Pflegemutter zu ersetzen. Bei der Suche nach einer Aufgabe mit mehr Erfüllung und sozialem Engagement, erfuhr die zweifache Mama mehr über das Thema, und entschied gemeinsam mit ihrem Mann, mehr Kindern ein schönes und sicheres Zuhause zu bieten. In unserem Interview erzählt sie uns, was man sich unter Bereitschaftspflege genau vorstellen kann, wie man sich bewirbt und was sie an der Aufgabe am meisten liebt.


Was genau bedeutet Bereitschaftspflege?

In der Bereitschaftspflege bleiben die Kinder nur für einen gewissen Zeitraum bei uns. In dieser Zeit werden die weiteren Perspektiven für sie geklärt. Kann das Kind zurück zu der Herkunftsfamilie, ist eine Dauerpflegefamilie die bessere Option oder wird es zur Adoption freigegeben?

Kannst Du uns erklären, wie man sich das in der Praxis genau vorstellen kann?

Ziel ist es, die Perspektive des Kindes schnell zu klären, sodass das Kind nicht länger als 3-6 Monate in der Bereitschaftspflege lebt. Die Praxis sieht oft anders aus. Wenn Gutachten oder Gerichtstermine ausstehen, kann es auch mal 12 Monate oder länger dauern. Das Alter kann man selber bestimmen. Unsere Spanne liegt bei 0-1,5 Jahren, da unsere kleinste Tochter erst 2,5 Jahre alt ist, ist ein gewisser Abstand zum jüngsten Kind der Familie sinnvoll.


Wie kann man Pflegeeltern werden? Muss man dafür verheiratet sein oder sogar in einer Partnerschaft?

Bereitschaftspflege kann jeder machen. Auch alleinstehende Personen. Wichtig ist es lediglich, dass man finanziell unabhängig ist. Die Bereitschaftspflege läuft als bezahltes Ehrenamt. Vergütet wird man lediglich in der Zeit in der man ein Kind betreut.


Wie integriert man ein Pflegekind in eine schon bestehende Familie?

Wichtig sind Liebe, Liebe und noch mal Liebe. Und dann kommt der Rest von selbst. Man muss sich zu 100 % auf das Kind einlassen und bedürfnisorientiert handeln. Wenn man eigene Kinder im Haus hat, sollte man diese ab Tag 1 mit einbeziehen um gemeinsam eine Routine und dann auch bald einen Alltag zu entwickeln. Das Pflegekind gehört dazu, egal wie lange es bei uns bleibt. Es zählt als vollwertiges Familienmitglied.


Welche Herausforderungen sollten einem bewusst sein, bevor man sich der Aufgabe stellt?

Es ist nicht das eigene Kind. Am Anfang dachte ich ganz "blauäugig": "Das 3. Kind läuft mit..." Aber dem ist nicht so. Mit einem Pflegekind wird der Alltag auf den Kopf gestellt - oft von jetzt auf gleich. Die eigene wöchentliche Routine ändert sich komplett und ist ab dem Zeitpunkt der Aufnahme des Kindes mit mindestens einem Termin belegt - dem Besuchskontakt. Häufig kommen auch Arzttermine, Physio -, Ergo -, Logopädie Termine hinzu. Man muss sich komplett auf das Kind einlassen und sich anpassen.


Bleibt der Kontakt in der Regel bestehen, nachdem ein Kind die Familie verlässt? Ist es nicht unglaublich schwierig, Kinder wieder gehen zu lassen?

Der Kontakt bleibt nicht immer bestehen, meistens hört man in der Zeit danach noch voneinander und manchmal verläuft es sich sehr schnell - alles ist möglich.


Natürlich ist es schwer die Kinder gehen zu lassen. Aber der Gedanke dem Kind eine schöne Zeit ermöglichen zu können überwiegt. Und nach dem Auszug bedeutet auch wieder "vor dem Einzug". Das nächste Kind wartet bereits auf uns und der Gedanke diesem helfen zu können überwiegt jeden Funken der Trauer.


Was ist für dich das Schönste an der Aufgabe?

Das Schönste ist es etwas zurückgeben zu können. Es ist toll zu sehen, wie die Kinder sich in der Bereitschaftspflegefamilie entwickeln. Aber auch die Kontakte zu den Eltern, die Gespräche mit Ärzten und anderen Institutionen erfüllen mich. Vor der Aufnahme eines Kindes weiß man nie so recht was auf einen zukommt, das macht das Ganze so unfassbar spannend. Meine Aufgabe könnte nicht abwechslungsreicher sein.


Welche Organisationen können interessierte Familien kontaktieren?

Interessierte Familien wenden sich am Besten an das örtliche Jugendamt oder einen Träger aus der Region. Jedes Amt / Träger handhabt die 'Prüfung' der Bereitschaftspflegefamilien anders, es gibt kein bundesweites einheitliches Vorgehen.


Wer vorher noch Fragen hat, kann mich gerne über meine Instagramseite @mother.for.a.while kontaktieren. Ich freue mich sehr, wenn ich euer Interesse geweckt habe!



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